Warum ich mich nach dem Studium für das Reisen entscheide

Ich habe in letzter Zeit so oft das Gespräch geführt ... "Du bist doch jetzt fertig mit deinem Studium? Was kommt jetzt? Master? Warum fängst du nicht da an, wo du Praktikum gemacht hast, das hat dir doch gefallen?" usw. Ja ich bin fertig mit meinem Bachelor-Studium.  Nein ich mache (erstmal) keinen Master. Vielleicht auch nie. Ja das Praktikum hat mir gefallen, aber ich bin noch nicht bereit so dermaßen viel meiner Zeit gegen Geld einzutauschen. Jetzt gehe ich erstmal ins Ausland und tue das, was ich die letzten Jahre hintenan gestellt habe - meinen Traum leben. 

Die Entscheidung

Ich habe monatelang gegrübelt - soll ich noch einen Master dranhängen und tatsächlich noch 2 Jahre studieren? Oder einen dualen Master? Und mich bis zu 5 Jahre an ein Unternehmen binden, das mir im blödesten Fall garnicht taugt? Einen Master im Ausland? Aber wie finanziere ich das? Oder soll ich direkt in den Beruf einsteigen? Soll ich ein Trainee Programm machen und verschiedene Unternehmensbereiche ausprobieren? Und wenn ja, in welchem Unternehmen? 

Es gibt einfach viel zu viele Möglichkeiten. Und dann habe ich doch alle über Bord geworfen, was nicht immer auf Verständnis gestoßen ist. Aber ich hatte da einen anderen Traum...

Ich trage den Gedanken an eine Langzeitreise bereits seit Jahren mit mir herum und seit meinem Auslandssemester 2014 in Umeå (Nordschweden) habe ich mich auch intensivst mit dem Thema beschäftigt - wo will ich hin, was mache ich wenn niemand mitkommt, warum will ich das so unbedingt, und wie stelle ich das überhaupt an?

Ich hatte mehrere Pläne und Ideen im Kopf, hab sie hin und her jongliert. Schließlich bin ich ins Reisebüro marschiert, habe einige Ideen vorgetragen. Die nette Frau wusste zunächst aber garnicht so genau, wie sie mir da helfen sollte. In dem Moment habe ich mich schon entschieden - es würde als erstes nach Australien gehen, mit Work & Travel zwecks Finanzierung. 

Warum Work & Travel? Nun, ich habe während meinem (laaaangen) Studium schon mehrere Jobs ausprobiert. Mir macht so vieles Spaß, ich war eigentlich auch nirgends wirklich unglücklich. Dazu muss man vielleicht auch sagen, dass ich gelernt habe, in allem etwas Gutes sehen zu können.

Ich will einfach sehen wo es mich hintreibt. Ich will sehen, was für Möglichkeiten sich da für mich auftun. 

Der Zeitpunkt

Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein - ich komme aus dem Studium, tatsächlich bin ich bis zum 30. September noch offizielle Studentin. Ich sitze noch in keinem Job fest. Ich habe in meinem Leben schon Erfahrungen sammeln können, die mir sicherlich in der ein oder anderen Situation zugute kommen werden. Mich hält hier momentan nichts auf. Natürlich werde ich meine Freunde und Familie sehr vermissen - aber man ist so gut vernetzt heutzutage und ich bin sicher, dass sich die Zeit überbrücken lässt. Das Gute an wahren Freundschaften ist ja, dass sie sich an sich nicht ändern, egal wie viele Monate Abwesenheit, Zeitzonen und Kilometer dazwischen liegen.

Und deshalb fiel die Wahl auf den 15. November 2016. Heute sind das noch genau 10 Wochen!

Bis dahin gibt es noch wahnsinnig viel zu tun, und ehrlich gesagt hatte ich bisher noch nicht mal Zeit, nervös oder aufgeregt zu sein. Ich bin einfach glücklich mit dieser Entscheidung.

Die Gründe

  • Der wichtigste Grund ist wohl: Ich reise gerne - bisher waren es hauptsächlich Städtetrips, Ferienhäuser irgendwo in Strandnähe oder auch Pauschalreisen. Aber alleine das Wissen, dass ich demnächst meine Sachen packe und länger unterwegs sein werde, macht mich jedes Mal so glücklich. Und ich bin sehr gespannt auf meine erste Langzeitreise mit Rucksack!
  • Ich möchte offener gegenüber anderen Menschen sein - ich bin in neuen Situationen oft erstmal schüchtern und komme nicht so richtig aus mir raus. In den letzten Jahren bin ich öfter alleine unterwegs gewesen und habe da an mir gearbeitet. Ist aber definitiv noch ausbaufähig. Auf einer Solo-Reise bleibt mir nichts anderes übrig, als da über mich hinauszuwachsen.
  • Ich bin ungeduldig und ich glaube eine Langzeitreise, viel Ungewisses und die Abwesenheit von genauen Plänen helfen mir da enorm an meiner Gelassenheit zu arbeiten.
  • Ich bin, wie gesagt, noch nicht bereit, einen Großteil meiner Zeit gegen Geld zu tauschen und mich im Alltag gefangen nehmen zu lassen. Es gibt soo vieles in der Welt was ich entdecken, tun und lernen will
  • Die Welt ist so wahnsinnig groß und hat so viel zu bieten. Andere Kulturen, andere Sprachen, andere Menschen, andere Jobs, ein anderes Leben. Und ich bin wahnsinnig neugierig, was sie für mich noch bereit hält.
  • Am anderen Ende der Welt kennt mich niemand - somit hat niemand Erwartungen an mich, und ich habe an niemanden Erwartungen. Das bedeutet für mich die Freiheit, ich selbst zu sein, oder wenn ich will auch jemand ganz anders. 

Welche Gründe sprechen noch für eine Langzeitreise nach dem Studium (oder allgemein)?

Ab damit in die Kommentare! :-)

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