4 Tage in Singapur

Auf meinen Weg zu meinem Traumziel Australien, habe ich zwei Zwischenstopps eingelegt, die schon lange auf meiner Wunschliste stehen: Dubai und Singapur. In Dubai war ich dabei nur zwei Tage, in Singapur dann vier. (Alles zu meinen 48 Stunden in Dubai kannst du hier nochmal nachlesen.) Wie es mir in Singapur ergangen ist, was ich dort so erlebt habe und was mein Fazit ist, kannst du nun in den folgenden Absätzen erfahren.

Aller Anfang ist schwer

Meine Zeit in Singapur startete mit eher negativen Erfahrungen – mein Transfer vom Flughafen zum Hostel war nicht bestätigt worden und ich befürchtete schon, abends um halb 11 noch herausfinden zu müssen, wie ich zum Hostel komme. Beim Ausstieg aus dem Flugzeug bemerkte ich zudem, dass mein USB-Stick verloren gegangen war, einfach aus meiner am Körper anliegenden Bauchtasche verschwunden. Das kann ich mir bis heute nicht erklären. Die Herren am Travel Desk im Singapur Airport wussten zunächst nicht so wirklich was mit meinem Gebrabbel über den Transfer und die fehlende Bestätigung anzufangen und wollten, dass ich den Transfer noch einmal bezahle. Nachdem ich ihnen klar gemacht habe, dass ich das Geld bereits vor Monaten überwiesen habe, bekam ich irgendwann mein Okay für den Hotel Shuttle Transfer. Einen Transfer würde ich auch auf jeden Fall empfehlen, er kostet 9 $ (ca. 6 €) und du wirst direkt zum Hotel/Hostel gefahren. Kann man vor Ort am Travel Desk buchen, dann bekommt man auch keine Probleme wegen einer fehlenden Bestätigung ;-)

Im Hostel lief dann gottseidank alles glatt und es war wirklich ein tolles Hostel! Einzel stehende Betten, jedes mit verbunden mit einem abschließbaren Schrank, einem elektronischen Safe und einem Art Nachttisch. Dadurch wurde das Bett gleichzeitig von den Nachbarbetten abgeschirmt und man hatte sowas wie Privatsphäre. Außerdem gab es im Aufenthaltsraum einen kostenlosen Kaffeeautomaten sowie Wasserfilter mit kaltem und heißem Wasser. (Anm.: Ich hatte mich für vier Nächte auf Empfehlung meiner Beraterin im Reisebüro im Hangout Hostel eingebucht - und kann es auch nur weiterempfehlen!)

River Cruise in der Marina Bay

Dadurch, dass ich nur eine Zimmermitbewohnerin in der ersten Nacht hatte, konnte ich relativ gut schlafen (auch wenn das Bett furchtbare Geräusche gemacht hat, sobald ich mich bewegt habe, und das Kissen für meinen Geschmack viel zu hoch war), und so bin ich am nächsten Tag losgezogen zu meiner Lieblingsbeschäftigung: zu Fuß die Stadt erkunden. Anders als in Dubai hatte ich jedoch ein Ziel – die Marina Bay. Ehrlich gesagt habe ich ein bisschen geschummelt und bin mit der MRT (Metro) zu einer Haltestelle ganz in der Nähe gefahren, um dort weiter durch die Stadt zu schlendern. An der Bucht habe ich mir dann einen River Cruise für 25 $ gegönnt, und konnte mir so die Gegend rund um die Marina Bay und ein Stück stadteinwärts anschauen und mir die Geschichte dazu erzählen lassen. Besonders faszinierend fand ich die ehemalig einzige Hafengegend, wo immernoch die Gebäude stehen, in denen die Geschäfte untergebracht waren – und direkt im Hintergrund die riesigen Hochhäuser. Geschichte trifft auf Moderne.

Hafen, Singapur
Die frühere Hafengegend in Singapur

Marina Bay Sands Hotel und Gardens by the bay

Anschließend bin ich einmal durch das "Wahrzeichen" von Singapur – das Marina Bay Sands Hotel – gelaufen und habe die Gardens by the bay bestaunt. Bei Dämmerung wurden die Bäume toll beleuchtet. Da ich noch etwas ko von der langen Einreise am Tag zuvor war, bin ich recht bald zum Hostel zurück, hab in einem der vielen, vielen, vielen Food Corner zu Abend gegessen, und bin früh schlafen gegangen.

Singapore Bird Park, Zoo, River Safari und Night Safari – Artenvielfalt in Singapur

In Singapur gibt es neben dem artenreichen Zoo noch eine River Safari, die hauptsächlich auf Wassertiere spezialisiert ist, eine Night Safari mit nachtaktiven Tieren und den kunterbunten Bird Park. Zu letzterem hat es mich an meinem 2. Tag in Singapur verschlagen, und ich habe mir gleich ein 4-Parkhopper Ticket geholt – alle vier Parks für den Eintrittspreis von zweien.

Auf dem Weg zum Bird Park habe ich die MRT-Karte irgendwie nicht komplett überblickt und bin einen kompletten Umweg gefahren. Die MRT Tickets sind wieder aufladbar, man checkt jeweils am Eingang der Station ein, von der man abfährt, und dann beim rausgehen an der Endstation wieder aus. Je nach km zwischen den beiden Strecken wird dann der Betrag ganz einfach vom Ticket abgezogen. Also war der Umweg soweit egal, da auf meinem Ticket trotzdem nur die Strecke vom Start- bis zum Zielbahnhof abgerechnet wurde.

Beim Aussteigen holte ich mir noch einen Sushi Mix in einer der gefühlt tausend Malls, die überall in Singapur spriesen, und bin dann mit dem Bus zum Bird Park gefahren. Bei Busfahrten in Singapur ist wichtig, dass man das Geld passend bar zur Hand hat, oder sich vorher an bestimmten Schaltern ein Ticket kauft und aufläd.  

Bird Park

Der Bird Park war voll von bunten Vögeln aller Art und aus den verschiedensten Regionen der Welt. So gab es Pinguine und Papageie, Flamingos und Eulen, und und und. Vor allem die Papageie, aber auch insgesamt die Vögel, machten einen Riesenradau und es war ziemlich laut. Durch den Umweg und meine ewige Suche in der Mall nach etwas zu essen, das ich gut transportieren kann, musste ich leider ein bisschen durch den Park hetzen und konnte mir am Ende die Eulen nicht mehr anschauen.

Weihnachten in der Orchard Street

Als ich vom Bird Park zurückfuhr setzte langsam die Dämmerung ein. Die Rückfahrt war wesentlich kürzer, und ich fuhr direkt zur Orchard Street. Das ist die große Einkaufsstraße in der Mitte von Singapur, vergleichbar mit der Oxfort Street in London. Mall reiht sich dort an Mall, Prada neben H&M, Gucci neben Forever21 (nicht wirklich nebeneinander, aber ihr wisst wie ich das meine – es gibt für jeden und für jede Preisklasse etwas). Was das Shoppen angeht ist Singapur ohnehin top! Aufgrund meiness begrenzten Platzes im Rucksack habe ich aber lediglich das für Singapur bzw. Süd-Ost-Asien übliche Tigerbalm gekauft, und das war's mit Shoppen.

Orchard Street, Christmas on a great Street, Singapore
Christmas on a great street, Orchard Street, Singapur

Zoo, River Safari und Night Safari

Am nächsten Tag wurde das 4-Parkhopper Ticket noch ausgiebig genutzt und ich habe sowohl den Zoo als auch die River Safari besichtigt. Am längsten stand ich wohl bei den verschiedenen Affen, da es einfach toll war, ihnen zuzuschauen. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Tiere nicht in Käfigen im klassischen Sinn waren, sondern alles sehr "natürlich" gehalten war, mit Begrenzungen aus Gräben, Wasser, niedrigen Zäunen oder Glasscheiben (okay nicht so natürlich, aber immernoch besser als Gitterstäbe). Die Affen und auch einige andere Tierarten hatten sogar besondere Freiheit und konnten sich über die Besucherwege schwingen.  

Mein Ticket für die Night Safari war auf 19.15 gebucht. Vorher gabs noch einen Burger zur Stärkung. In der Night Safari ging es ausschließlich um die verschiedensten nachtaktiven Tiere. Teilweise musste ich richtig lang in die Dunkelheit starren um die Tiere zu entdecken, die den Zoo bewohnen. Es gab vier verschiedene Walking Trails, thematisch sortiert (wie etwa der Wallaby Trail mit australischen Tierarten, oder der East Lodge Trail). Außerdem hatte man die Möglichkeit, mit der Tram im Schrittempo durch den Park zu fahren, und dabei noch weitere Bereiche zu erkunden, die zu Fuß nicht nötig waren und wo es teilweise garkeine Begrenzung zu den Gehegen gab. (Bilder konnte ich hier leider keine machen, da Blitz ausdrücklich verboten war, und weder mein Handy noch meine Kamera bei Nacht gut fotografieren... Aber: Bilder können das sowieso nicht einfangen, daher am Besten selber hingehen!)

Anschließend habe ich mir noch den Bereich des "Clarke Quay" angesehen, eine Art Partymeile, wo Bar and Bar gereiht ist, mir einen Mitternachtssnack gegönnt und bin dann ziemlich erschöpft von den vielen Eindrücken der Tierparks und dem langen Tag ins Bett gefallen.

Clarke Quay, Singapore, daytime
Clarke Quay am Tag

Tschüss Singapur!

Meinen letzten Tag (diesmal hatte ich eine Bestätigung vom Transfer zum Flughafen und hatte noch bis 15.45 Zeit) habe ich mit zwei neuen Mädels aus meinem Hostelzimmer verbracht und ein bisschen Stadtführer gespielt. Nach einem ausgiebigen Mittagessen in einem der vielen Restaurants im Singapura Plaza haben wir noch auf der Dachterasse meines Hostels entspannt, bis es für mich "Tschüss, Singapur!" hieß und ich mich auf zum Flughafen machen musste. (MeinUSB-Stick ist leider nicht mehr aufgetaucht, wie ich am Lost & Found Schalter erfahren musste :( )

Mit Qantas ging es dann los zu meinem vorerst "letztem" Ziel: Australien!

Sunrise in Australia
Sonnenaufgang in Australien <3

Mein Fazit und Eindrücke zu Singapur auf den Punkt gebracht

  • Singapur ist eine sehr multikulturelle Stadt

  • und eine sehr saubere!

  • Es riecht aufgrund der Food Corner an jeder Ecke überall nach Essen

  • Zum Shoppen lohnt sich auf jeden Fall ein Stopover – also Platz im Koffer/Rucksack lassen!

  • Es gibt gefühlt 1 Million Malls

  • Für Kurzstrecken ist die MRT (Metro) finde ich sehr teuer (1,50 $ für eine Station), allerdings wird sie für weitere Strecken nicht wesentlich teurer und dann geht es wieder (2,50 $ einmal quer durch die Stadt bei über 20 Haltestellen)

  • Bis ca 12.00 ist die Stadt quasi wie leergefegt (es lohnt sich auf jeden Fall früh aufzustehen!), aber dann wird es schlag auf schlag ziemlich voll

Zum Kennenlernen der Stadt sind vier Tage auf jeden Fall in Ordnung! Es gibt jedoch so viel zu sehen, auch in der Umgebung, und auch aufgrund der netten Leute wäre ich gerne noch länger geblieben. Besonders Sushi (die gewöhnlichen kleinen Sushirollen) bekommt man sehr günstig zum Essen. So etwas wie Brot findet man fast nirgends, die Bäckereien sind eher auf Süßspeisen ausgelegt.

Warst du auch schonmal in Singapur und welche Tipps würdest du mir und allen anderen geben?

Teile diese mit uns in den Kommentaren! :-)

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Kommentare: 1
  • #1

    Manuel (Mittwoch, 30 November 2016 11:34)

    Klingt so als würde es sich lohnen, mal auf einen Abstecher in Singapur vorbei zu schauen! Und wenn es nur für das gute Sushi ist. :D Mach weiter so und halt die Ohren steif!