Mein erster Monat auf Reisen

Seit einem Monat bin ich jetzt schon unterwegs. Die Zeit fliegt und gleichzeitig kommt es mir schon viel länger vor, da so viel passiert. Seit ich Deutschland verlassen habe, habe ich schon sechs mal meine Sachen gepackt und den Ort gewechselt – in Dubai, in Singapur, mein Hostelwechsel in Sydney, dann zwei Tage Couchsurfen bei Bekannten meiner Reisebegleitung, eine Woche Roadtrip und letztendlich wieder vom Van in ein Hostel in Melbourne.

Langsam bekomme ich Routine.

Ich merke auch wie ich selbstsicherer werde, wie mir das Englisch sprechen jeden Tag leichter fällt, und wie ich die verschiedenen Akzente immer besser verstehe.

Ich habe schon sehr viele tolle Menschen getroffen, kennengelernt, einen oder mehrere Tage/Nächte mit ihnen verbracht. In den Hostels ist man hauptsächlich unter Backpackern, und Kommen und Gehen ist ganz normal. Die Gespräche verlaufen zu Anfang immer sehr ähnlich (Woher kommst du? Wie lange bist du schon in Australien und wie lange bleibst du? Wo warst du schon? Wo gehst du noch hin?), Alter und Namen sind dabei oft Nebensache. Aus diesen Smalltalks ergeben sich dann, je nach Anhaltspunkt längere Gespräche oder jeder geht weiter seine Wege. Eine Sache, an die man sich erstmal gewöhnen muss.  

Jeder (so auch ich) denkt zunächst mal an sich selbst, und daran, eine gute Zeit zu haben. Man legt sich nicht gerne fest. Ich hatte versucht mich wenigstens für Weihnachten und Silvester festzulegen, doch wie das Leben so spielt kam es komplett anders. Aber das ist okay. Ich lerne Flexibilität und Geduld. Ich tue mir nach wie vor schwer, eine Entscheidung zu treffen, aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten. Aber das sind einfach die Dinge, an denen ich arbeiten muss und will, und ich werde das alles meistern.

Im Süden Australiens wird es Sommer, selbst in Melbourne ist es jetzt endlich warm. Ich hatte bisher drei Tage Regen, ansonsten Sonne, Sonne, Sonne. Ich bin auch schon ganz braun :-) Aber in Weihnachtsstimmung komme ich hier absolut nicht. Ob ich dann nicht meine Familie und mein Zuhause vermisse? Natürlich! Aber ich genieße das hier so sehr, schreibe und telefoniere regelmäßig mit meinen Liebsten, und so ist es auf jeden Fall aushaltbar. Dadurch, dass ich von Gleichgesinnten umgeben bin, die auch alle Weihnachten und Silvester ohne ihre Familie feiern, fernab von Zuhause, im Sommer, wo man sonst den Winter gewohnt ist, ist es nur ein kleines bisschen komisch, so vom Gefühl her.

Ich freue mich auf das neue Jahr, ich freue mich auf alles was noch kommt! Ganz besonders freue ich mich über die Menschen, die im kommenden Jahr um die halbe Welt reisen werden, um mich ein paar Wochen zu begleiten. Im neuen Jahr steht dann auch erstmal die Jobsuche im Vordergrund, was wohl heißt, dass ich mal länger an einem Ort bleiben werde. Ich habe mich für Tasmanien entschieden, und bin schon ganz aufgeregt ob das alles auch so klappen wird.

Dieser eine Monat hat mir schon so viel gegeben. Ich weiß, dass es genau die richtige Entscheidung war. Auch wenn dann und wann, an einem einsamen Abend oder wenn es gerade nicht so läuft, der Gedanke aufkommt wieder zurückzufliegen, weiß ich, dass das erstmal nicht passieren wird. Ich genieße die Zeit so sehr, es ist genauso wie ich es mir vorgestellt habe und gleichzeitig ist es ganz anders, aber eines ist es auf jeden Fall: 

Einfach fantastisch!

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