Melbourne Teil 1

Es gibt oft die Diskussion darüber, ob Melbourne oder Sydney "besser", "schöner", oder wie auch immer ist. Ich kann mich da überhaupt nicht festlegen. Es hat beides seinen Charme. Daher werde ich dieser Diskussion kein Futter geben und einfach nur meine Erfahrungen in Melbourne wiedergeben! Dies ist kein "10 Tipps für eine Woche Melbourne" Artikel, sondern eher auf der Ebene meiner Eindrücke gehalten.

Zwischenbemerkung: Diesen Artikel habe ich bereits am 29.12.2016 verfasst. Daher ist er nicht aktuell, es sind viele Dinge passiert seitdem. – ich möchte aber trotzdem meine Gedanken und Eindrücke zu diesem Zeitpunkt unverfälscht an euch weitergeben, weshalb ich alles so lasse wie es ist. Leider ist mein Handy auf dem Tanglewood Festival kurzzeitig kaputt gegangen und viele meiner Bilder sind gelöscht, weshalb mein Bildmaterial etwas knapp ist.

In Sydney hat sich die Business-Jenny in mir verdammt wohlgefühlt. Die Tower all der großen internationalen Firmen, Leute im Anzug und Kostüm, Happy Hour um 17 Uhr. Außerdem gibt es sooo viele wunderschöne Strände.

Dann bin ich nach Melbourne gekommen. Früher als gedacht, andere Ausgangssituation als erwartet. Da ich ja mit meinem Van unterwegs bin, gestaltete sich die Hostelsuche zunächst etwas schwieriger – denn ja, ich wollte trotz meinem kleinen fahrbaren Zuhause erstmal in ein Hostel. Um mich zu sammeln, umzuorientieren, zu überlegen.  

St. Kilda
St. Kilda

Start: St. Kilda

In verschiedenen Facebookgruppen habe ich gelesen, dass es in St. Kilda ein Hostel mit Parkplatz gäbe, das Habitat HQ, also habe ich mich vorläufig für vier Tage dort eingebucht. Von St. Kilda schwärmt wohl jeder, der schonmal in Melbourne unterwegs war. Kann also eigentlich nichts schief gehen. Die Tage dort waren super, ich hatte klasse Mädels bei mir im Zimmer, mit denen ich mir die Stadt angeschaut habe und abends verschiedene Bars ausgetestet habe, und ich war an der Promenade von St. Kilda (allerdings an einem sehr windigen, kalten Tag). Allerdings hat es sich irgendwie nicht richtig angefühlt, ich konnte dort nicht ankommen.

St. Kilda Christmas Decoration
St. Kilda - Weihnachtsdeko im strahlenden Sonnenschein

Wechsel nach Collingwood und Ankommen

Also habe ich das Hostel gewechselt, denn ich wollte definitiv mehr von Melbourne erleben als in den effektiv 3 Tagen möglich war. Nach kurzer Recherche bin ich auf das Bendigo Hotel im Stadtteil Collingwood gestoßen – günstig, mit Pub und Live (Punk, Rock, Metal) Konzerten im Erdgeschoss, wenigen Schlafsäälen im 1. Stock, so nah zur Innenstadt, dass es mir möglich war zu laufen (wer meinen Blog eine Weile verfolgt, weiß ja sicher inzwischen, dass ich ein Fan vom Stadt-zu-Fuß-erkunden bin). In diesem Hostel habe ich mich unglaublich wohl gefühlt, bin dann auch sechs Tage geblieben. Ich konnte dort runterkommen, lesen, "Bilanz ziehen"; mich wieder ganz auf mich besinnen.

Eine Lieblingsbar habe ich schon gefunden: Die Blue Moon Bar, die zum Space Hotel gehört. Sie liegt recht zentral, und auch nur ca. 30 Minuten zu Fuß vom Bendigo Hotel entfernt. In der Happy Hour gibt es dort Jugs für 8 $ (ca. 5,50 €), die Musik war gut gemischt und hat mir sehr getaugt.

Weihnachten und die Zeit "zwischen den Jahren" - Phillip Island und Cranbourne

Danach hat es mich für ein paar Tage ein Stück weg von Melbourne verschlagen, Weihnachten habe ich in Mt. Eliza mit anderen Reisenden verbracht (mehr dazu hier), anschließend war ich mit zwei Freunden auf Phillip Island

Phillip Island Koala Conservation Center
Koala Conservation Centre auf Phillip Island

Da mein temporärer "Travelmate" sich auch ein Auto gekauft hat, und Zeit brauchte um dieses herzurichten, haben wir uns auf einem der free Campsites niedergelassen – und zwar in Cranbourne, einem Vorort von Melbourne, in dem aber alles (u.a. IKEA) quasi vor der Haustüre ist. Hier sind wir auf viele Backpacker gestoßen (hauptsächlich Deutsche), die hier eine Pause einlegten, mehrere Tage hier verweilen, da der Parkplatz sehr gut gelegen ist. Und eben kostenlos.

Von Cranbourne aus konnte ich mich mit dem Zug wieder auf in die Stadt machen, ein paar liebe Menschen treffen, die ich in letzter Zeit kennengelernt habe, und meinen Van ein bisschen an meine Bedürfnisse anpassen.  

[Nachtrag: einen Tag nachdem ich diesen Artikel verfasst habe, wurden wir von Rangern von diesem Platz verwiesen. Gottseidank mussten wir keine Fine zahlen und an dem Tag ging es für uns sowieso weiter auf das Tanglewood Festival über Silvester. Mehr zu meinem Weihnachten und Silvester in Australien gibt es hier zu lesen.]

Melbourne Chinatown
Melbourne's Chinatown

Meine Gedanken zu meiner Zeit in Melbourne

Meine Zeit in Melbourne war geprägt von vielen (teilweise intensiven) Begegnungen mit den unterschiedlichsten Leuten, es haben sich "Connections" ergeben, mit denen ich von hier aus weiterreisen werde oder schon ein paar Tage gereist bin.  

Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung eine Weile in Melbourne zu bleiben. Ich fühle mich seitdem entspannter, mehr bei mir selbst, ich bin angekommen. Angekommen auf meiner Reise, wo auch immer sie mich in den nächsten Wochen hinführen wird. Ich erlebe genau das, wie ich mir das Reisen vorgestellt habe: Begegnungen, die mich weiterbringen, die mir Türen öffnen oder mich zum Nachdenken anregen. Die mich zu Entscheidungen "zwingen" und mich Entscheidungen revidieren lassen. Ich treffe Menschen, mit denen die Chemie stimmt, die mich verstehen, mit denen ich mich austauschen kann. Ich bin einfach rundum zufrieden, mit mir, meiner Entscheidung, meiner Umwelt und meinem Leben. Und ist es nicht das worum es eigentlich geht?  

Was verbindest du mit Melbourne? Welche Empfehlungen hast du für die Stadt?

Ab damit in die Kommentare :-)

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Kommentare: 1
  • #1

    Stina (Mittwoch, 22 Februar 2017 11:00)

    Habe mir deinen Blog jetzt auch Mal angeschaut. Gefällt mir echt gut. :-)
    Mit Melbourne verbinde ich unter anderem die tolle Zeit die wir zusammen hatten und die Abende im Pub. Bin froh dich kennen gelernt zu haben. Sieht sich hoffentlich nochmal