Wilsons Promontory Nationalpark - meine Erfahrungen und 6 Tipps für dich!

Wilsons Promontory

Der Wilsons Promontory Nationalpark ganz im Süden von Victoria (dort befindet sich übrigens auch der südlichste Punkt vom Festland Australiens!) ist für das Auge und die Seele einfach der Wahnsinn. Schmale Wanderwege mitten in der Natur, atemberaubend schöne, weiße Strände, Wälder, Bäche und kleine Flüsse, und außenrum das Meer. Felsen, die zu erklimmen sind, in den Waldboden eingelassene Stufen, Stege und Brücken... Kein Wanderweg ist wie der andere.  

Wilsons Promontory
Der südlichste Punkt des Festlands von Australien

Ich war dort insgesamt 8 Tage/7 Nächte, wir haben zwei mehrtägige Wandertouren gemacht und auf verschiedenen Campingplätzen übernachtet. Dadurch haben wir beinahe die komplette Südseite des Nationalparks erkundet. Auf der Karte, die die Internetseite des Nationalparks zur Verfügung stellt, habe ich unsere Übernachtungsorte während der Wanderungen (2.-4. Nacht, 6.+7. Nacht) markiert, so dass du die Route ein bisschen nachvollziehen kannst. Man sieht auch die Lage des kleinen Ortes Tidal River, was der Ausgangspunkt aller Touren im Süden des Wilsons Promontory Nationalparks ist.

Wilsons Promontory
Karte Südseite Wilsons Promontory Nationalpark, Quelle: http://parkweb.vic.gov.au/explore/parks/wilsons-promontory-national-park

So wunderschön ich es dort fand, gibt es doch einige Dinge über die ich wahnsinnig froh gewesen wäre, hätte ich sie vorher gewusst. Diese will ich für dich hier zusammenfassen. Es klingt vielleicht oftmals etwas negativ. Aber ich kann nur sagen: das was ich dort letztendlich gesehen und erlebt habe, war es absolut wert! Und selbst in den unangenehmsten Momenten war ich einfach froh zu sein, wo ich gerade war.

Informiere dich vorher, wenn du vorhast mehrere Tage im Nationalpark zu verbringen

Der größte Fehler den wir begangen haben: wir sind absolut planlos und mit dem Ziel eine Woche zu bleiben in den Nationalpark kutschiert. Kompromisslos in Bezug auf die Dauer. Komme was wolle. Am Eingang zum Nationalpark dann die ernüchternde Nachricht: Ist keine Buchung für einen Campingplatz vorhanden, so ist der Nationalpark bei Sonnenuntergang zu verlassen. Penalties Apply.

Wir haben das trotzdem durchgezogen. Die erste Nacht (nicht wirklich legal) mit einem wunderschönen Sonnenuntergang am Strand verbracht. (Klingt erstmal spitze - meine Gedanken dazu findest du hier.) Glücklich war ich damit nicht wirklich. Vielleicht bin ich da einfach zu „unflexibel“, was mir durchaus schon vorgeworfen wurde, oder einfach zu Deutsch was Regeln angeht.

Wilsons Promontory
Sonnenuntergang am Strand <3

Abgesehen davon, gibt es kaum Campingplätze, die mit dem Auto zugänglich sind. Die meisten sind nur zu Fuß und dann inklusive Rucksack mit Campingzubehör zu erreichen. Machbar, man sollte sich aber mental darauf vorbereiten. Sei dir aber bewusst, dass es physisch sehr anstrengend sein kann. Für einen Wander-Anfänger wie mich waren sieben Tage wandern inklusive Campingausrüstung einfach zuviel. Es gibt auch Tageswanderungen, welche ich im Nachhinein bevorzugt hätte. Dazu wäre aber immernoch ein Platz auf einem Campingplatz als Ausgangspunkt nötig gewesen. Von daher......

Wilsons Promontory
Zwischen Roaring Meg und Halfway Hut

Buche deine Unterkünfte vorab – vor allem wenn Ferien in Victoria sind

Der Haupt-Campingplatz in Tidal River, von dem aus viele der Wandertouren starten, war zu dem Zeitpunkt als wir im Nationalpark waren (3.-10. Januar) aufgrund der Sommerferien in Victoria komplett ausgebucht. Auch die Campingplätze auf der Tour, die wir uns ausgesucht haben, waren für die ersten fünf Tage ausgebucht. Also haben wir für die ersten vier Tage/drei Nächte alternative Campingplätze gebucht, die nur zu Fuß erreichbar waren, und dann die eigentliche Tour am fünften Tag gestartet.  

Hätten wir die ursprüngliche Tour die ersten Tage machen können, wären keine weiteren 4 Tage mit Campingausrüstung auf dem Rücken nötig gewesen. Man hätte geplanter an Tageswanderungen herangehen können und dadurch alles vielleicht noch ein bisschen mehr genießen.  

South Point Wilsons Promontory Nationalpark
South Point Wilsons Promontory Nationalpark

Wenn du wirklich etwas sehen willst, bereite dich adäquat auf „Overnight Hikes“ vor

Wie erwähnt, hatten wir letztendlich von acht Tagen sieben Tage Campingausrüstung auf dem Rücken. Es ist auf jeden Fall kein Weltuntergang, und man ist auch niemals den ganzen Tag unterwegs gewesen. Immer nur ein paar Stunden. Dennoch war es unglaublich anstrengend.

Die erste, spontan gebuchte Tour ging über 4 Tage/3 Nächte ganz in den Süden des Nationalparks. Wir hatten wenig Zeit für die Vorbereitung – wir hatten uns nämlich ausgemalt, irgendwo zu campen und dann lediglich Tagestouren zu machen. So mussten wir spontan unser Gepäck so reduzieren, dass es gesund auf dem Rücken tragbar ist, und das war garnicht so einfach. Auch das Essen war ein Problem, da wir die Information hatten, es gäbe einen Supermarkt in Tidal River. Dieser war allerdings lediglich ein General Store mit minimaler Auswahl und maximalen Preisen. Also mussten wir improvisieren. Auf dem Parkplatz haben wir Nudeln und Reis vorgekocht, um den Gaskocher nicht mitschleppen zu müssen. Ich habe mir einen Wasserfilter, mit Solar-Powerbank zum Aufladen gekauft, um nicht auch noch Wasser für 4 Tage mitschleppen zu müssen (siehe Punkt 5). Die Powerbank hat allerdings nicht funktioniert, weshalb ich die für mein Handy auch für den Filter nutzen musste. (Ich konnte dann beides zurück geben und habe auch das komplette Geld zurückbekommen.)

Wilsons Promontory

Für die zweite Tour, die über 3 Tage/2 Nächte in den Osten des Nationalparks ging, hatten wir dann schon eher einen Plan im Kopf, was wir brauchten, und was nicht. Das Gepäck wurde nochmal reduziert, wir sind zu einem günstigeren General Store außerhalb des Parks gefahren, und waren auch mental besser vorbereitet auf das, was uns erwartet.

Wilsons Promontory

Körperlich fand ich das Ganze wirklich schwierig und ich war nach der Woche ziemlich am Ende. Ich hatte aufgrund des Plans mit den Tagestouren einfach etwas anderes erwartet und war überhaupt nicht vorbereitet. Man kann das Ganze natürlich auch ganz anders und komplett ohne Overnight-Hikes (oder lediglich 1-2 Nächte) angehen. Das ist ja jedem persönlich überlassen.

Wilsons Promontory

Solltest du etwas mehr Zeit dort verbringen, wähle deine Reisepartner mit Bedacht

Ich hatte leider Kommunikationsprobleme mit meinen Reisepartnern, die zudem ziemlich sportlich unterwegs waren. Wie gesagt, hatte ich einige Tagestouren erwartet, mit leichtem Gepäck, die kein Problem für mich gewesen wären. So saß ich quasi „fest“, und hatte aufgrund dessen, dass alles ausgebucht war, auch keine andere Möglichkeit, als mich den anderen anzuschließen und alles mitzumachen.  

Ab gesehen davon gab es fast nirgendwo Empfang fürs Handy – was an sich mal eine echt tolle Abwechslung ist. Man besinnt sich auf sich selbst, lebt mehr im Moment und hat nicht immer ein Auge im Außen, was wohl gerade überall sonst auf der Welt passiert. Allerdings sollte man sich dann auch wirklich 100% mit den Reisepartnern verstehen, da es ansonsten auch recht einsam werden kann, wo man gehofft hat in Gesellschaft zu sein. Um das zu Umgehen, könnte man natürlich auch direkt alleine losziehen – dann ist man in allen Entscheidungen frei. Allerdings sind die Wanderwege teilweise wirklich kritisch und falls etwas passiert, ist es doch immer besser, jemanden dabei zu haben. :-) (Zum Beispiel wenn man durch einen Ausläufer vom Meer waten muss, um zum Campingplatz zu kommen. Wo das Wasser mir bis zu den Oberschenkeln ging, da ich einfach zu klein bin. Da hätten mir die anderen, wenn nötig, zumindest mit meinem Gepäck helfen können, dass das nicht nass wird.)

 

Wilsons Promontory
Auf dem Weg zum Campingplatz.... Credits gehen an Robin Schmitt-Hage! Danke & Merci!

Ich bin trotz dieser Erfahrung sehr froh, dass ich mitgegangen bin und alles mitgemacht habe. Allein aufgrund der tollen Momente die ich hatte, aufgrund der tollen Flecken und Dinge die ich gesehen und erlebt habe.

Wilsons Promontory

Besorge dir etwas, um Wasser trinkbar zu machen

Es gibt an den Campingplätzen weder Duschen noch Trinkwasser. Lediglich Dump-Toiletten, die etwa mit riesigen Dixie-Klos vergleichbar sind. Es gibt allerdings immer Stellen, in denen Regenwasser gesammelt wird, oder kleine Bäche, aus denen man Trinkwasser gewinnen kann. Da es besonders bei Overnight-Hikes recht unangenehm ist, das Wasser für mehrere Tage mitzuschleppen, würde ich dir entweder einen qualitativ hochwertigen Wasserfilter gegen Bakterien empfehlen, oder aber einfach Reinigungstabletten. Eine Tablette reicht hier oft schon für einen ganzen Liter trinkbares Wasser (nicht sauberes – hierfür würde ich zusätzlich eine auffüllbare Filterflasche empfehlen, welche Sand, Fliegen etc herausfiltert; gibt es im Supermarkt je nach Qualität für 15 $ aufwärts).  

In Tidal River ist das Wasser aus jedem Wasserhahn trinkbar, dort gibt es auch ausreichend Duschen um sich nach einer ein- oder mehrtägigen Wandertour frisch zu machen und die Vorräte an Wasser aufzufüllen.

Wilsons Promontory

Genieße jeden Moment

Trotz der teilweise negativen Erlebnisse, die vor allem mit der unzureichenden Information im Vorfeld zusammenhingen, habe ich mich auf mein Motto besinnt und jeden Tag genutzt – jeden Moment genutzt, um diesen zu genießen. Ich habe die Umgebung in mich aufgesaugt, ich habe viel in mein Tage- und in mein Notizbuch geschrieben, viele Fotos gemacht, um die Momente auf irgendeine Weise festzuhalten. Ich habe meine Lieblingsmusik laufen lassen und den Wellen am Strand zugehört, oder einfach die Sterne betrachtet. Die Aussicht am Tag war, egal wo, immer fantastisch! Manchmal muss man einfach alles ausblenden, im Moment hängen bleiben und diesen genießen.  

Wilsons Promontory

Mein Fazit

Ich empfehle einen Besuch im Wilsons Promontory Nationalpark unbedingt!!! Ich würde dieses Erlebnis nicht eintauschen wollen und bin immernoch froh über alles, was ich dort sehen und erleben durfte. So flexibel wie wir alle gerne wären – informiere dich wenigstens ein bisschen im Voraus, schau nach den verfügbaren Plätzen auf den Campsites und überlege dir, wie du deinen Trip gestalten willst!

Wilsons Promontory
Noch ein Sonnenuntergang - weil's so wunderschön war.

Irgendwann werde ich noch einmal dort hinfahren – und mir dann die Nordhälfte des Nationalparks genauer anschauen. Dann richtig vorbereitet und mit den richtigen Personen.

Welche Erfahrungen hast du schon in Nationalparks gemacht, und welche Tipps hast du für einen solchen Ausflug? Kann ich dir vielleicht bei der Vorbereitung weiterhelfen?

Lass es mich in den Kommentaren wissen :-)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0