Was kann man bei negativen Gedanken tun?

12 Apostel, Great Ocean Road, Australia
Selbst bei größten Unwetter haben die 12 Apostel noch irgendwie etwas schönes an sich.... (Great Ocean Road)

Heute möchte ich mal über etwas anderes schreiben, als das Reisen. Die letzten Wochen waren bei mir sehr anstrengend, körperlich und emotional. Ich habe mich von meiner Au Pair Familie und dem Alltag und den Sicherheiten, die damit einher kamen verabschiedet und bin weitergezogen. Nach einigem Chaos und Hin und Her bin ich jetzt in Adelaide und habe mir viele Gedanken gemacht, was man eigentlich tun kann, wenn man in einer Abwärtsspirale aus negativen Gedanken "gefangen" ist.

Negative Gedanken hat jeder mal. Niemand ist ausschließlich positiv gestimmt. Auch bei mir kommen sie immer wieder, obwohl ich gerade meinen Traum lebe und das tue, was ich mir seit 7 Jahren wünsche.  

Es gibt Tage, an denen sitze ich da und denke mir "Was zur Hölle tue ich eigentlich?" Es gibt Tage, an denen fühle ich mich verdammt alleine und einsam. Da habe ich Heimweh nach meiner Familie und meinen Freunden. Es gibt Tage, an denen bin ich total unruhig und rastlos und weiß nicht wohin mit mir. Es gibt Tage, an denen kann ich keine Entscheidung treffen, da ich Angst habe, dass ich etwas falsch entscheide und mich gegen etwas wichtiges entscheide, von dem ich vielleicht noch nicht einmal weiß. Gedankenkarusselle und Gefühlsachterbahnen sind die Folge. Und dann will ich mich einfach nur noch unter der Decke verstecken, eine Serie schauen und überhaupt nicht mehr über mein eigenes Leben nachdenken.

Und das ist völlig okay so.

Ich arbeite seit Jahren hart an mir selbst und bin noch lange nicht da angekommen, wo ich hinwill – nämlich bei mir selbst. Immerhin bin ich jetzt in Australien, das ist ja schonmal was. Ich habe an mich selbst gedacht und mir einen so lange gehegten Wunsch erfüllt. Und irgendwie soll mir das doch jetzt bitte auch helfen, mich selbst zu finden und mich von allem Negativen befreien.

So funktioniert das aber leider nicht. Auch ein Ortswechsel beschützt einen nicht vor negativen Gedanken. Das kann man nur selbst. Soviel weiß ich schonmal. Aber ein Ortswechsel eröffnet Alternativen und neue Möglichkeiten und das hilft, ist aber nicht die einzige Lösung.

Wenn ich mal wieder in meiner Gedankenwelt gefangen bin, die mich runterzieht, habe ich einige Werkzeuge für mich selbst gefunden, die mir dann ziemlich zuverlässig helfen.

Diese möchte ich gerne mit dir teilen.

Mache Pläne.

Arbeite an deiner Bucket List. Male dir deine Zukunft in den buntesten Farben aus. Was wolltest du schon immer einmal machen, wo wolltest du schon immer einmal hin? Was hält die Welt für dich bereit? So viel mehr als dieses Gedankenkarussell in dem du gerade steckst! Steig ab und spring auf eine fröhliche Gedankenfahrt auf durch all die Möglichkeiten, die du hast. Und wenn es sich ergibt, setze die Punkte in die Tat um.

Mache Sport.

Geh eine Runde laufen (frische Lust hilft immer!), geh schwimmen, dreh die Musik auf und tanze... Durch körperliche Betätigung schüttet dein Körper Endorphine aus und selbst wenn du dadurch keine "Probleme" löst, fühlst du dich besser als vorher.

Hinterfrage deine Gedankengänge.

Machen die so überhaupt Sinn? Wie bist du "da rein" gekommen? Wie kannst du diese Gedanken in etwas Positives umwandeln? Welche Gedanken würdest du gerade lieber haben und warum tust du das nicht?

Lenke dich ab.

Miste mal deinen Schrank (dein Regal, deinen Rucksack, dein Auto, dein Zelt) aus. Suche ein neues Rezept raus, gehe einkaufen, koche. Nachspeise nicht vergessen! Male ein Bild. Mandalas sind sehr meditativ, Malen nach Zahlen auch. Fang an Spanisch zu lernen. Oder Kalligraphie. Oder Webdesign. Stöbere im Internet nach kostenlosen Hörbüchern oder Podcasts, lade diese runter und gehe spazieren. Arbeite deine To-Do-Liste ab. Beschäftige dich irgendwie körperlich, um von diesen Gedanken wegzukommen. Im besten Fall vergisst du deine schlechte Laune, im schlechtesten Fall hast du Ordnung gemacht, etwas leckeres zu essen, ein neues Bild zum aufhängen usw. Du verstehst wo das hinführt.

Schreibe.

Schreibe dir alles von der Seele. Egal wie. Das muss auch niemand lesen. Kann aber helfen, wenn es jemand liest. Bringe die Gedanken aus deinem System.

Sei dankbar.

Rufe dir in Erinnerung, was du alles hast, wofür du dankbar sein kannst! Schreibe es auf. 10 Sachen, 20 Sachen, 100 Sachen für die du dankbar sein kannst. Du wirst merken, wie es dir sofort besser geht, da deine Gedanken sich weg von dem Negativen hin zu all dem Positivem in deinem Leben bewegen.

Und wenn wirklich garnichts geht:

Schaue tatsächlich Serien oder Filme, bis du dich soweit entspannt hast und dich anders beschäftigen kannst. Das ist okay. Man muss nicht immer nur leisten.

Aber das Wichtigste: Vergiss nicht, positiv zu denken.

Positiv denken kann man üben. Jeden Gedanken kann man so drehen, dass er positiv wird. Außerdem könnte es auch immer "noch schlimmer" sein. Man kann wirklich lernen, aus Situationen auszubrechen, die einen runterziehen und positiv zu denken, obwohl man total gefangen ist in seiner Negativität. Und das Beste daran ist, dass nichts passieren kann, außer dass man gute Laune bekommt!

What do you do when a chapter ends?

Do you close the book and never read it again?

What do you do when your story's done?

You could be who you were or who you'll become!

The sun goes down and it comes back up.

The world it turns no matter what.

If it all goes wrong, Darling just hold on.

Steve Aoki - Just hold on

Ich arbeite wie gesagt seit Jahren an mir und es gelingt mir inzwischen sogar sehr gut, positiv zu bleiben. Wenn ich traurig oder schlecht gelaunt bin und ja das kommt vor, vielleicht öfter als ich mir eingestehen möchte, aber dann nehme ich diese Laune, diese Traurigkeit an, sage hallo, und weiß, dass sie auch wieder geht, wenn ich mich auf etwas konzentriere, was mir gut tut.

Ich erlaube mir, negativ zu denken und motiviere mich dann dazu, etwas Positives zu finden. Irgendwas. Oder mich wenigstens auf komplett andere Gedanken zu bringen. Und ich hoffe, dass ich dir durch meine Tipps das nächste mal etwas zur Seite stehen kann, wenn du dich total fehl am Platz, einsam oder einfach grundlegend unglücklich fühlst.

Natürlich sind das alles nur temporäre Hilfen, am Ende des Tages musst du herausfinden wo diese negativen Gedanken überhaupt herkommen und was du tun kannst, damit diese nicht wieder kommen oder zumindest eine ganze Weile nicht. Bis dahin, genieße dein Leben, egal was kommt. :-)

Welche Tipps hast du für negative Gedanken?

Teile diese doch in den Kommentaren mit mir :-)

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