Roadtrip: von Sydney nach Melbourne in 7 Tagen

Nach 2 Wochen in Sydney wurde es Anfang Dezember Zeit, mehr von Australien zu erkunden. Für diesen Blogartikel habe ich sehr lange gebraucht, da ich nicht so richtig wusste, wie ich das schreiben sollte.

Ich kann keine wirklichen Tipps geben – wie "SO gestaltest du deinen ultimativen Roadtrip" oder ähnliches. Trotzdem hoffe ich, dass du aus meinen Erfahrungen etwas für dich selbst mitnehmen kannst, falls du dich einmal auf diese Strecke begibst (oder auf eine beliebige andere).

Es war mein erster wirklicher Roadtrip im Leben (wenn man von zwei Wochen Norddeutschland im Sommer 2015 absieht, wo ich aber jeweils bei Bekannten untergekommen bin und mich quasium nichts kümmern musste, außer die richtige Adresse ins Navi einzugeben :D), mein erster Roadtrip in Australien, und da gab es viel zu lernen. :-)  

Tag 1: Sydney – Blue Mountains

Nachdem ich meinen Van gekauft habe waren noch einige bürokratische Dinge zu erledigen: ummelden, Versicherung abschließen usw. und natürlich alles etwas nach meinen Bedürfnissen herrichten. Aber dann konnte es endlich losgehen. Da es bereits später Nachmittag war, sind wir Richtung Blue Mountains gefahren (im Feierabendverkehr ist es auch kein Spaß aus Sydney rauszufahren!!) und haben dort auf so ziemlich dem ersten kostenlosen Campingplatz halt gemacht ("Red Bulls Reserve"). Dieser war sogar mit Duschen und Toiletten ausgestattet – Luxus! Da es leider geregnet hat sind wir ziemlich bald im Van schlafen gegangen. Und im Vergleich zu dem kleinen Sofa auf dem wir die zwei Nächte zuvor verbracht hatten, war der Van echt super geräumig und bequem!

Tag 2: Blue Mountains

Am nächsten Morgen sind wir nach Wentworth gefahren und haben dort eine Wanderung zu den Wentworth Falls gemacht. Ursprünglich wollten wir nur eine kleine Runde laufen, haben dann aber doch die komplette Runde ("National Pass") gemacht und waren den ganzen Nachmittag unterwegs – bergauf, bergab, unendlich viele Stufen, aber letztendlich haben wir es geschafft! Gestartet sind wir an der Falls Picnic Area, dann sind wir zu den Wasserfällen gelaufen und von dort aus dem National Pass Richtung Conservation Hut gefolgt, wobei wir fantastische Ausblicke in die Blue Mountains hatten! An der Conservation Hut haben wir uns erstmal etwas richtig gutes zu Essen gegönnt und sind dann über den "Shortcut Track" zurück zur Falls Picnic Area gewandert.

Dämlicherweise habe ich mein Licht am Auto angelassen und wir mussten dann erstmal jemanden finden, der uns überbrücken konnte. Ein junges australisches Päärchen hatte Gottseidank ein Überbrückungskabel im Auto und konnte uns hier aushelfen. Nach dieser Action sind wir dann zu einem Campingplatz gefahren, den eine Freundin mir empfohlen hatte – Old Ford Reserve in Megalong. Mitten im Nirgendwo, ohne Duschen und lediglich mit "Dump Toiletten" (mit Waschbecken, auch nicht selbstverständlich), aber dafür hatten wir unglaubliche Aussicht auf die Blue Mountains.  

Wentworth Falls Blue Mountains
Wentworth Falls

Tag 3: Three Sisters

Nach einem eher enttäuschenden Abstecher zu den legendären "Three Sisters" am nächsten Tag, sind wir dann wieder zurück Richtung Küste weiter, da wir uns dazu entschieden hatten, am Meer entlang Richtung Melbourne zu fahren.

Warum die "Three Sisters" so enttäuschend waren? Der Ausblick vom Aussichtspunkt war fantastisch, das wars aber auch schon. Da Samstag war, war es komplett überlaufen, es waren also unglaublich viele Menschen und mindestens genauso viele Stechmücken unterwegs. Das gepaart mit Muskelkater von der spontanen, stundenlangen Wanderung am Tag vorher hat uns irgendwie den Spaß an der Sache genommen, sodass wir recht bald beschlossen Richtung Küste zu fahren und uns mit Strand und Meer zu belohnen.

Unser Campingplatz für die Nacht war am Rande eines Sportplatzes in Jamberoo ("Kevin Walsh Oval"). Dieser war schon fast voll für die Nacht, aber wir haben dann doch noch einen Parkplatz zwischen all den anderen Vans und Campingwägen gefunden.

Three Sisters Echo Point Blue Mountains
Three Sisters (Blick vom Echo Point)

Tag 4: Murramarang National Park

Am nächsten Morgen wollten wir in Ruhe frühstücken, allerdings haben uns die Millionen Fliegen so dermaßen genervt, dass wir da nicht länger bleiben wollten. Es gab auch keine Duschen an diesem Campingplatz und nach den Wanderungen an den Tagen zuvor war eine Dusche echt nötig. Also sind wir nach Kiama gefahren, wo es einen wunderschönen Rock Pool mit öffentlichen Duschen gibt. Dort haben wir geduscht und dann auf dem Parkplatz gefrühstückt, wo wir von den Fliegen verschont geblieben sind.

Auf der Suche nach einem für uns passenden, kostenlosen und mit dem Van erreichbaren Campingplatz sind wir dann ein bisschen im Murramarang National Park herumgeirrt, und haben uns letztendlich für das North Head Camp entschieden. Mitten im Wald, aber auch direkt am Strand. Dort sind wir dann das erste Mal verschiedenen australischen Tieren wie Känguruhs und Opossums Auge in Auge gegenüber gestanden.

Känguruh NSW
Känguruh <3

Tag 5: Cobargo

Nach einer kurzen Morgensession am Strand sind wir am nächsten Tag weiter Richtung Süden gefahren. Gegen Nachmittag haben wir uns einen Rastplatz an der Autobahn gesucht und wollten uns dort niederlassen. Nach etwas Smalltalk mit einer älteren australischen Dame wurde uns ein Pub weiter im Süden empfohlen, wo man kostenlos auf dem Parkplatz übernachten kann und gegen eine geringe Gebühr die sanitären Einrichtungen nutzen darf. Nach kurzer Lagebesprechung und weil es noch nicht dunkel war, sind wir dann nach Cobargo gefahren. Da wir uns für die Scenic Route anstatt für die Autobahn entschieden hatten, haben wir unterwegs tolle Ausblicke gehabt! Der Pub in Cobargo war sehr nett, ich hatte dort einen echt guten Burger und ein Bier zum Abendessen.  

Scenic View
Scenic View

Tag 6: Lake Tyers

Am nächsten Morgen sind wir an die Küste nach Bermagui gefahren, wo ein wunderschöner Rock Pool ist. Dort haben wir gefrühstückt und sind eine Runde geschwommen.

Leider haben sich an diesem Tag alle weiteren Pläne geändert (geplant wären zwei Wochen Roadtrip gewesen mit Besuch in Canberra und anschließend Weihnachten und Silvester in Melbourne bzw. in Venus Bay), sodass wir relativ zeitig aufgebrochen und anstatt nach Canberra direkt Richtung Südwesten und Richtung Melbourne gefahren sind.

Einen letzten Stopp haben wir in Lake Tyers gemacht, wo hinter einem Pub einige Cabins (gegen Gebühr) und kostenlose Stellplätze mit Duschen und Toiletten zur Verfügung standen. Nach kurzer Absprache mit dem Besitzer fanden wir einen Platz für den Van, an sich war der Platz aber schon relativ voll. Eine Nacht kostenlos dort zu bleiben ist kein Problem, ab zwei Nächten meinte der Besitzer finden wir schon eine Lösung. Den Campingplatz kann ich für einen Roadtrip von Sydney nach Melbourne oder in die andere Richtung absolut empfehlen, da dort alles gegeben ist was man braucht.

Leider hat es an diesem Abend recht bald das Regnen angefangen, sodass wir wieder zeitig in den Van schlafen gegangen sind.

Bermagui Rock Pool
Bermagui Rock Pool

Tag 7: Melbourne

Nach einer Woche auf der Straße sind wir in Melbourne angekommen, wo ich dann alleine ins Habitat HQ Hostel eingecheckt bin, um neu zu planen. Meine ersten Tage in Melbourne habe ich ja bereits in Worte gefasst, sodass du hier nachlesen kannst, wie es dann in Melbourne weiterging.

Melbourne
Angekommen in Melbourne :)

Mein Fazit

  • Mückenspray und alles was Mücken fernhält ist in Australien wirklich unabkömmlich!

  • Eine Woche reicht für die Strecke vollkommen aus, mehr Zeit braucht man eigentlich nicht einzuplanen

  • Es gibt einige Scenic Drives am Meer entlang, die an der Autobahn angeschrieben sind und die man auf jeden Fall mitnehmen sollte

  • Auf den Campingplätzen ist es immer gut mit den Australiern in Kontakt zu treten, da diese oft super Tipps für die Umgebung oder die weitere Strecke haben. Wir wären vermutlich nie nach Kiama bzw. Bermagui zu den Rock Pools oder nach Cobargo auf den Parkplatz hinter dem Pub gefahren, wenn uns das nicht empfohlen worden wäre

  • Die App Wikicamps ist wirklich gold wert. Nach einer zweiwöchigen kostenlosen Testphase kostet sie um die 6 €. Dort findet man alle kostenlosen (und auch nicht kostenlosen) Campingplätze, kostenlosen Duschen, besondere "Points of interest", welche bereits von anderen Reisenden bewertet sind, und vieles mehr

  • Man sollte sich vorher überlegen, wie man sich die Abende über beschäftigen kann. Bier und Wein ist zwar immer gut und man lernt auch echt schnell die anderen Camper kennen und hat für Gespräche für den Abend gesorgt, aber manchmal kann es doch etwas "langweilig" werden. Ich war froh, dass ich ein Buch dabei hatte ;-) Auch Reisespiele wie Uno, Kniffel o.ä. würde ich empfehlen

  • Egal wie, egal mit wem, Roadtrips haben immer etwas abenteuerliches und sollte man in Australien auf jeden Fall dem Fliegen vorziehen :-)

Bulls Camp Reserve Blue Mountains
Der erste Stopp auf unserem Roadtrip - Bulls Camp Reserve

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