Roadtrip durch Australiens Outback - von Adelaide nach Alice Springs

Alice Springs und ganz besonders der Ayers Rock sind beliebte Ziele für Touristen in Australien. Beides befindet sich etwa in der Mitte von Australien und man hat verschiedene Möglichkeiten, dorthin zu gelangen – per Flugzeug, Zug, Bus oder in meinem Fall als Ziel eines Roadtrips durch das Outback.

Ich habe mich im April zusammen mit meinem Papa auf den Weg von Adelaide in Richtung Norden gemacht. Wir hatten einige Anfangsschwierigkeiten aufgrund einer kaputten Lichtmaschine im Auto, daher war es ein großes Abenteuer, ob wir es jemals nach Alice Springs schaffen. In diesem Artikel soll es aber um unseren Weg an sich gehen – denn bekanntlich ist ja bereits der Weg das Ziel.

Die Strecke von Adelaide nach Alice Springs. (Quelle: Googlemaps)
Die Strecke von Adelaide nach Alice Springs. (Quelle: Googlemaps)

Tag 1: Adelaide - Barossa Valley (Tanunda)

Los ging es in Adelaide, South Australia. Von dort aus sind wir zunächst Richtung Barossa Valley bzw. nach Tanunda gefahren, da die dortgelegene Weinregion häufig empfohlen wird. Ohne Plan und dann auch noch am Karfreitag (oder wie er in Australien genannt wird "Black Friday" – einer der zwei Tage im Jahr, an denen in Australien wirklich alles geschlossen hat) sind wir also nach Tanunda gereist. Wir sind nachmittags gegen 15 Uhr dort angekommen. Gerne hätten wir eine Bustour durch die Weinberge gemacht, allerdings sollten an diesem Tag keine Busse mehr fahren. Also Planänderung und Weinprobe in einer der wenigen Weinstuben, die an diesem Tag geöffnet hatten. Nachdem wir verschiedene Rot- und Weißweine kostenlos probieren durften, haben wir uns für eine Flasche Rotwein entschieden. Im Pub unseres Hotels haben wir zu abend gegessen und dann war der Tag auch schon vorüber.

Weinkeller, Tanunda, Barossa Valley
Weinkeller in Tanunda (ich habe leider den genauen Namen vergessen :-()

Tag 2: Barossa Valley - Alligator Gorge - Port Augusta

Der nächste Halt war Alligator Gorge im Mount Remarkable Nationalpark etwas weiter nördlich. Dort haben wir uns für den Gorge Circuit Hike (etwa 3,5 km durch die Schlucht) entschieden. Geparkt haben wir im Alligator Gorge Car Park. Erst sind wir ein paar hundert Meter zu den "Terraces" gewandert und dann zurück, um den Circuit zu laufen. Für die Nacht sind wir in einer Cabin auf einem Caravan Park in Port Augusta untergekommen, die ein ausgebauter alter Eisenbahnwagon war.

Alligator Gorge, Mt Remarkable Nationalpark
Alligator Gorge im Mt. Remarkable Nationalpark
Cabin Caravan Park Port Augusta
Unsere Cabin im Eisenbahnwagon

Tag 3: Port Augusta - Coober Pedy

Am nächsten Tag ging es dann von Port Augusta aus auf ins Outback. Auf dem Weg gibt es einige Salt Lakes zu sehen und es lohnt sich an den Lookouts Halt zu machen!

Es befinden sich tatsächlich nur wenige Orte auf der Strecke und es ist sehr wichtig immer genug Benzin im Tank zu haben und bestenfalls einen oder zwei Ersatzkanister (sowie Ersatzreifen!). 174 km nach Port Augusta kommt man in den ersten Ort – Pimba. 112 km weiter dann der nächste Ort – Glendamba. Hier sollte man auf jeden Fall tanken, da der nächste Ort (Coober Pedy) erst 254 km weiter ist – auf dieser Strecke hat man auch keinen Handyempfang!

Auf dem Weg gibt es nichts außer immer roter werdende Erde, Berge in der Ferne, tote Tiere am Straßenrand. In Coober Pedy (der Ort ist übrigens berühmt für seine Opalminen, die wir allerdings nicht besichtigt haben... immerhin hatten wir nur knapp 2,5 Wochen für unsere gesamte Tour, und man kann einfach nicht alles sehen in so einer kurzen Zeit) haben wir dann die Nacht in einem Motel verbracht. Kaum im Motelzimmer angekommen, kam ein Anruf von der Rezeption, wir mögen die Benzinkanister am Besten im Zimmer lagern, da viele Aborigines in der Gegend leben. Aborigines haben ein ganz eigenes Verständnis von Eigentum, welches für uns nur schwer zu begreifen ist.

Tag 4: Coober Pedy - Grenze South Australia/Northern Territory - Kulgera

Am Ostermontag führte uns unsere Tour immer tiefer in das Zentrum Australiens – über Cadney und Marla (tatsächlich die einzigen zwei Orte auf der Strecke) sind wir an die Grenze zum Northern Territory gelangt. Auf der gesamten Strecke gab es übrigens keinen Empfang. Und so mitten im Nirgendwo fing meine Autobatterie das Dampfen und Auslaufen an. Ohne Handyempfang und Ersatzbatterie hatten wir keine Wahl und haben mutig noch die nächsten 30 km bis in den ersten Ort im Northern Territory zurück gelegt – Kulgera. Dort fanden wir ein Roadhouse (Pub mit Tankstelle) und einen Caravan Park, sonst nichts. An diesem Tag konnte uns dort leider niemand mehr weiterhelfen, sodass wir die erste Nacht seit Beginn unserer Tour im Auto verbrachten. (Es sollte auch die einzige Nacht bleiben ;-) Danke Papa!)  

Border South Australia Northern Territory
Die Grenze von South Australia und Northern Territory
Caravan Park Kulgera
Unser Schlafplatz in Kulgera nach dem Breakdown...

Tag 5: Kulgera - Alice Springs

Am nächsten Morgen war der Mechaniker zurück und konnte uns in seiner kleinen Werkstatt hinter dem Pub eine neue Batterie einbauen – die (noch neue) Lichtmaschine hat er abgeklemmt, da diese zuviel Volt abgegeben hat (seiner Meinung nach – unsere "fachmännische" Meinung war, dass die alte Batterie nicht ordentlich verbaut wurde und im Gehäuse hin und her gerutscht ist). Zitternd fuhren wir die letzten 300 km nach Alice Springs – die Ausfahrt zum Ayers Rock übersahen wir zähneknirschend, da wir zunächst das Auto reparieren lassen wollten und Alice Springs unsere beste Chance war.

Rote Erde Outback
Rote Erde im Outback

Und: Wir haben es geschafft! Nach 5 Tagen auf der Straße sind wir in Alice Springs angekommen. Die Tour zum Ayers Rock haben wir dann mit einer organisierten Busreise unternommen, während mein Van Betty in der Werkstatt gesund gepflegt wurde. Zu unserem Besuch am Uluru möchte ich in einem eigenen Beitrag mehr erzählen.

Welcome to Alice Springs
Welcome to Alice Springs - geschafft!

Fazit und Tipps für eine Roadtrip von Adelaide nach Alice Springs:

  • Spätestens in Port Augusta sollte man sich mit den nötigen Lebensmitteln eindecken, da auf der Strecke alles nur in geringer Auswahl und mit hohem Preis vorhanden ist.

  • Ersatzbenzinkanister und Ersatzreifen nicht vergessen!

  • In Glendamba nochmals tanken! Danach kommt, wie gesagt, 254 km scheinbar endloses Nichts.

  • Ausreichend Trinkwasser mitnehmen! Am Besten die 10 Liter Kanister von Woolworths oder Coles.

  • Pausen einlegen. Wir haben etwa alle 2 Stunden eine Pause gemacht, um kurz die Beine zu vertreten und das Auto etwas abkühlen zu lassen.

  • Eine Roadtrip Playlist erstellen. Es passiert nichts wirklich Spannendes auf der Strecke, bis auf ein paar wenige Highlights und seltene, entgegenkommende Fahrzeuge (immer fleißig grüßen!) und mit der Musik kann man sich wachhalten. Funktioniert zumindest bei mir ganz gut. Die Musik muss offline zugänglich sein, denn...

  • ...es gibt keinen Handyempfang. So gut wie keinen. Wenn man Glück hat, dann bei den wenigen Roadhouses auf der Strecke, aber manchmal (wie in Kulgera) nicht mal da. Bei einem sehr Krankheitsanfälligen Auto lohnt sich evtl. ein Satellitentelefon, um im Notfall Hilfe zu holen. Wir hatten keines und hatten verdammt Glück, dass nicht mehr passiert ist, vor allem mit der Batterie die kurz vorm Platzen war.

  • Einfach genießen! Was gibt es schöneres, als ein paar Tage offline in der Natur unterwegs zu sein, mit nichts als guter Gesellschaft und den eigenen Gedanken.

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Kommentare: 1
  • #1

    Johannes (Dienstag, 15 August 2017 14:09)

    Hallo zusammen,
    ich bin der besagte Papa von der Jennifer und ich kann das alles, was Jennifer berichtet hat, zu 100% bestätigen. Es war ein Abenteuer, wie es das Leben so spielt und ein positives Vertrauen auf das was kommt, lässt einem diese Zeit genießen, die Erfahrungen, die Begegnungen, die Menschen und die herrliche Natur, die ist, ohne wenn und aber. Und so schließt sich ein Moment an den anderen und das unzählige Mal, ein einziges Fortdauern in der zeitlichen Entwicklung des Lebens mit den vielen unbemerkten aber auch mit den bewussten Erleben dieses unendlichen Lebens. Das bekommen wir immer zu jeder Zeit an jedem Ort geschenkt, ohne wenn und aber. Ist das nicht wunderbar? Es ist wunderbar...

    Herzliche Grüße - join the journey
    Johannes Weigand