10 Monate auf Reisen

Morgen bin ich seit genau 10 Monaten auf Reisen und ich denke es wird wiedermal Zeit, ein kleines Resümee zu ziehen.  

Nach einem Monat sowie nach 100 Tagen habe ich dies bereits schonmal gemacht und es interessant das nochmal durchzulesen und mich an die damalige Situation zu erinnern.

Das Motto meiner Reise ist wohl – "erstens kommt es anders und zweitens als man denkt". Denn genau so ergeht es mir nun seit Monaten. Im Dezember noch vollends davon überzeugt, dass ich meine Farmarbeit ab Januar in Tasmanien mache... und dann bin ich in Melbourne stecken geblieben. Spulen wir ein halbes Jahr vor: Seit Juli bin ich nun in Tasmanien und mache meine Farmarbeit. Der Plan hat sich also nicht geändert. Nur der Zeitpunkt. Und die Umstände. Und dass es zu dem Zeitpunkt, als ich es entschieden habe, eigentlich schon garnicht mehr mein Plan war.

In dem halben Jahr und vor allem dann ab März, nach meiner Zeit in Melbourne, habe ich unglaublich viel erlebt, viel gesehen, viele Leute kennengelernt und mich wieder von ihnen verabschiedet, Freundschaften geknüpft, Abenteuer erlebt, ich war an unzähligen Stränden und in Nationalparks, habe im Auto gewohnt und musste mich aufs Wesentliche beschränken, hatte Besuch von Papa und dadurch drei Wochen "Urlaub vom Urlaub" mit höherem Standard, ich war im Outback, im Norden, Osten und Süden, bin viel gewandert, ich war segeln und schnorcheln, bin mit einem Four-Wheel-Drive Auto über Sand gedüst, im Reifen einen Fluss "hinunter gerutscht", habe am Strand übernachtet... Die Liste könnte ewig so weitergehen.

Und dann war Zeit für eine Pause. Bereits bei meiner Zusammenfassung nach 100 Tagen in Australien habe ich geschrieben, dass ich viel Zeit für mich brauche, da ich eher introvertiert bin. Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten. Diese Zeit nimmt man sich nicht immer so wie man es braucht und so kam es, dass ich Anfang Juli einfach erschöpft war, körperlich und auch psychisch. (Meinen Blogeintrag dazu findest du hier.) Ein Jobangebot hatte ich schon und so bin ich ab nach Tasmanien, um dort zu arbeiten, um mal eine Weile an einem Ort zu sein, eine Art Familie zu haben und einfach mal wieder runterzufahren.  

Das Reisen gibt mir so viel. Ich bin immer richtig aufgeregt, wenn ich einen Ort verlasse um an einen neuen zu fahren. Auch wenn der Abschied manchmal schwer fällt. An jedem Ort, den ich besuche und der mir gefällt, lasse ich ein Stück von mir zurück und nehme ein Stück "neues Ich" mit.  

Ich erlebe viele Höhepunkte, aber natürlich auch einige Rückschläge und Tiefpunkte. Und das ist okay für mich. Irgendwie möchte man nach Außen immer zeigen, wie toll alles ist. Um zu unterstreichen – hey ich hab die beste Entscheidung meines Lebens getroffen. Das nicht so Tolle lässt man dann eben weg. Aber das gehört einfach dazu. Man reist, man befindet sich im Ausnahmezustand, aber es ist immernoch das Leben. Ich kann von Glück sprechen, dass mir noch nichts Schlimmeres passiert ist und ich bin so dankbar dafür. Denn die meisten "Tiefpunkte" sind selfmade – alles nur im Kopf.  

Mein Weg bisher

Meine Höhepunkte (was auch ungefähr den Verlauf meiner Reise dann wiederspiegelt) möchte ich nun noch einmal zusammenfassen. Vieles Davon ist noch nicht auf dem Blog gelandet, aber ich werde alles hier verlinken, sobald ich etwas geschrieben habe.

  • Dubai

  • Singapur

  • Sydney (insbesondere hat mir hier Manly gefallen)

  • Melbourne (und Weihnachten am Strand)

  • Wilsons Promontory Nationalpark (eine Woche wandern)

  • Great Ocean Road (drei mal... und drei mal bewölkt/schlechtes Wetter)

  • Adelaide (und Umgebung)

  • Outback, Uluru, Alice Springs

  • Kakadu Nationalpark

  • Darwin

  • Brisbane (mein Favorit der großen Städte in Australien)

  • Bundaberg und das Leben im Auto in einem Caravan Park

  • 4WD Tour auf Fraser Island (insbesondere Lake McKenzie)

  • Segeln in den Whitsunday Islands (inkl. Schnorcheln und Kajakfahren)

  • 2 Festivals (Tanglewood Festival an Neujahr, Seaside Sounds in Darwin am 30.04.)

  • Tasmanien (das ist wirklich ein Highlight an sich, die Insel ist so unglaublich schön!)

Was ich alles so gelernt habe?

Vieles über mich. Ich habe gelernt gelassen zu reagieren in Situationen, die man nicht ändern kann. Ich habe gelernt, dass man nicht zuviel planen sollte (und mache es trotzdem). Ich habe gelernt, auf meine innere Stimme zu hören und mehr nach ihrem und somit meinem wahren "Willen" zu handeln. Manchmal verlieren Dinge, Gedanken, leider auch Menschen, die vorher so wichtig waren mit der Entfernung an Bedeutung und das ist normal. Es ist okay, wenn man irgendwann nicht mehr jeden Strand 100% genießen kann. Es ist absolut okay, nicht alles gesehen zu haben. Es ist wichtig, loszulassen und dem Universum zu vertrauen, dass alles irgendwie Sinn macht.  

Wie geht es weiter?

Ich freue mich nun darauf, in 2 Monaten weiterzureisen. In der Zwischenzeit werde ich noch viel mehr von Tasmanien erkunden, diese Insel ist echt der Wahnsinn! Dann verlasse ich Australien nach einem Jahr und es sind bereits einige Pläne geschmiedet, wie es weitergeht. Dazu möchte ich allerdings noch nichts genaueres sagen denn – es kommt ja vermutlich sowieso anders als geplant.

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