Ein Jahr Australien

1 Jahr Australien... Irgendwie Standard, irgendwie das, was so viele machen und dennoch einzigartig und unglaublich, dass ich das erleben durfte!

Ich habe etwa 25000 Kilometer in Australien zurück gelegt und war dabei noch nicht mal in Westaustralien (was aber ganz oben auf der Liste steht – beim nächsten Mal dann!). Ich habe sechs der zwölf Monate in australischen Familien auf Farmen gelebt und den Alltag und das Leben dort kennen und lieben gelernt. Auf Roadtrips und bei Wanderungen habe ich das Land erkundigt, zuletzt die Insel Tasmanien ganz im Süden.  

Ich habe einige Zeit in den Millionenstäden Sydney, Melbourne, Adelaide und Brisbane verbracht. Die Nächte, in denen ich auf Campingplätzen mitten im Nirgendwo übernachtet habe, kann ich garnicht zählen. Ich war in großen Backpackerhostels und in kleinen individuellen Hostels, die über Pubs liegen und teilweise nur vier Schlafsäle haben.  

Das Outback, die Ostküste, die Südküste, Weinberge, endlose Strände, grüne (Regen-)Wälder, vom Buschfeuer oder der Flut zerstörte Gebiete, Gebirge, Wildniss, bewohnte und unbewohnte Inseln,... Australien ist so unfassbar vielfältig und atemberaubend, man kann jeden Tag soviel entdecken und sich die Sprache verschlagen lassen.  

Habe ich schon die Tierwelt erwähnt? Papageien in allen Größen und Farben, Kängurus von winzig klein bis riesengroß, Koalas, Wombats, Schlangen, Echidnas, Rehe, Adler, Haie, Wale, Rochen, Delfine, Dingos, Pinguine, Schildkröten... ich habe sie alle gesehen und alle in der freien Natur.  

Weiße Strände, türkisblaue Ozeane, rote Erde, grüne Wälder und Felder – wenn ich meine Bilder so durchscrolle tauchen die schönsten Farben aus und ändern sich über die Zeitachse ständig.  

Natürlich war nicht immer alles perfekt und grad in der ersten Hälfte des Jahres habe ich mit vielen inneren Dämonen gekämpft, die ich von zuhause mitgebracht hatte. Aber ich habe sie bezwungen und kann daher nur Folgendes sagen: dieses Jahr in Australien hat mir all das gegeben, was ich so sehr in meinem Leben vermisst habe und vor allem war es eins: ein weiterer Abschnitt auf dem Weg zu mir selbst.

Ich habe unglaublich tolle Menschen kennengelernt und Menschen, die Wunden aufgerissen haben von denen ich dachte, die wären schon verschlossen gewesen. All diesen Menschen bin ich unglaublich dankbar, denn durch sie war mein Jahr so, wie es ist. Durch sie habe ich Seiten an mir entdeckt, die ich mag und Seiten, die ich überhaupt nicht mag. Aber beides gehört zu mir und all diese Seiten an mir liebe ich.  

Es ist schwierig zu sagen, dieses Jahr "war das beste Jahr meines Lebens", denn ich hatte schon viele, sehr aufregende und wundervolle Jahre in meinem Leben. Aber dieses Jahr war definitiv das intensivste Jahr in meinem Leben. Ich habe mehr gesehen und erlebt als ich mir jemals vorstellen konnte.  

An so vielen Orten habe ich mir gedacht, wie gerne ich hier länger bleiben würde – aber die Liste der Orte, die noch vor mir lagen war so lang und so ein Jahr vergeht wirklich wie im Flug! So habe ich mehr als sonst meistens einfach den Moment genossen, alles eingesaugt, denn ich weiß ja nie, ob ich es jemals wieder an all diese Orte zurückkehren werde.

Gleichzeitig wurde meine Liste der Orte, die ich auf dieser Welt noch sehen möchte immer länger, schon allein durch die Gespräche mit anderen Reisenden oder Vielgereisten, die von ihren Abenteuern erzählt haben.

Es war so spannend für mich selbst mitzuerleben, wie ich am Anfang noch quasi jeden Schritt meiner Reise aufgezählt habe, wenn mich jemand danach gefragt habe. Inzwischen kann ich das Erlebte garnicht mehr so richtig in Worte fassen. Hier zu sein ist gleichzeitig so normal geworden und fühlt sich gleichzeitig doch so besonders an. Jeder Tag ist anders, selbst im Alltag auf der Farm.

Australien, danke für alles!

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